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Red Dead Redemption PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Pascal Scheib   
rdr_john_pistol.jpgIm Wilden Westen nichts Neues? 
Schlappe 100 Millionen Dollar soll Red Dead Redemption gekostet haben. Im Falle eines Flops, könnte dies das so manchen Publisher an den Rand des Ruins bringen.
Aber das Wild-West-Spektakel stammt aus der Edelschmiede von GTA-Macher Rockstar Games und da sind hohe Millionen-Gewinne nur eine Frage von wenigen Wochen nach Verkaufsstart. Schauen wir uns einmal an, wie das viele Geld genutzt wurde.

Story: 

1911, der Wilde Westen in den letzten Atemzügen. Technologien sind auf dem Vormarsch. Städte werden größer und mit Telefonen und ersten Automobilien modernisiert. Die amerikanische Regierung streckt die Finger in die entlegensten Winkel des weiten Landes und packt kräftig zu. John Marston, ein ehemaliger Outlaw, spürt diesen Griff nur allzu deutlich als Bundesagenten seine Frau und Kind als „Pfand“ nehmen. Will er sie lebend wieder sehen, muss er nochmals seine 
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Knarren auspacken und seine alte Gang ausschalten. Nun, es gibt Entscheidungen, die werden einem manchmal sehr leicht gemacht. Ganz so einfach wollen sich seine ehemaligen Kumpels aber nicht so erschießen lassen, und so wartet ein langer Weg auf John und ausgiebig Zeit, die endlosen Prärien und das ländliche Leben noch einmal intensiv auszukosten. 


Spieleindruck: 

Wildwest-Games sind echt rar gesät. Wirkliche Perlen gibt es auf den aktuellen Konsolen quasi keine. Allein schon deswegen war die Vorstellung eines Sandbox-Cowboy-Spiels sehr verlockend. Die Frage war allerdings, wie sehr sich das Ganze wie „GTA“ anfühlen würde? Denn immerhin ist Rockstar Games mit diesen drei Buchstaben gleichzusetzen, und trotz der Verbesserungen muss man klar sehen, dass sich die Reihe seit GTA 3 nur im Detail verändert hat. Um es gleich vorweg zu nehmen: auch Red Dead Redemption spielt sich exakt wie ein weiterer GTA-Ableger. Allerdings enttäuscht dieser Umstand nur in den ersten Minuten. Lässt man sich auf die Spielewelt ein, erwartet einen das beste virtuelle Cowboy-Feeling aller Zeiten! Technisch holt das Spiel dabei alles raus, was die Xbox 360 und PlayStation 3 herzugeben haben. Auch das ist erst nicht zu glauben, wenn man in den ersten Sequenzen mit matschigen Texturen auf Boden und Hintergründen „verwöhnt“ wird. 
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Sehr bald gibt es aber eine wirklich grandiose Weitsicht in liebevoll designten Landschaften zu entdecken. Dazu kommt eine enorme Spielewelt voller stilechter Kleinstädten, Farmen und Stollen. Zudem beeindruckt eine artenvielfältige Tierwelt, die einen überall begegnet und interagiert. Mehr noch als in GTA IV, scheinen wir ein Teil einer „lebendigen“ Welt zu sein, die auch ohne John Marston „funktioniert“. Ein ausgefeiltes Wettersystem trägt zu diesem Eindruck seinen Teil bei. Und so stellt sich auch bald der gewohnte „GTA-Effekt“ ein und anstatt die nächste Mission anzugehen, reitet man nur ziellos durch die Gegend und genießt einfach die virtuelle Wildwest-Welt – mit dem Unterschied, dass das in Red Dead Redemption noch ein bisschen mehr Spaß macht. Möglicherweise liegt dieser Eindruck schlicht an den subjektiven Vorlieben oder aber auch an dem Umstand, dass GTA IV in einer hektischen Großstadt á la New York spielt und Red Dead Redemption ruhigere Naturgegenden voller Freiheit bietet. Apropos „Ruhe“: ein wichtiger Aspekt in jedem GTA war eine tolle Sounduntermalung. Eine große Auswahl an Radiosendern und massig Hits am Fließband wären bei Red Dead Redemption ein wenig befremdlich, dennoch ist der Sound, in Form von Synchronsprechern, musikalische Untermalung und allen voran: den Naturklängen, wieder einmal sehr gut geworden. Des Weiteren wissen die Charaktere zu gefallen, die zwar ebenfalls wieder typisch im „GTA-Stil“ gezeichnet werden, aber im Gegensatz zur großen „Sandbox-Mutter“, wirken die Figuren – allen voran Hauptdarsteller John Marston – sympathischer, glaubwürdiger und auch weniger „gezwungen witzig“. Dieser ernste und auch leicht düstere Touch steht dem Spiel sehr gut und lässt einen noch mehr in die Spielewelt versinken. Weswegen man sehr gerne die vielen Missionen annimmt, die überall auf einen warten, um noch mehr große und kleine (Lebens-)Geschichten zu erfahren und daran teilzuhaben. Und falls einem nach einer Pause von den Missionen dürstet und man nicht einfach nur ein Lagerfeuer zwischen Wölfen und Hasen anfachen und die untergehende Sonne genießen möchte, kann man auch diversen Minispielen frönen. Es warten Roulette, Black Jack, Hufeisenwerfen und noch unzählige Glücks- und Geschicklichkeitsspiele mehr. Auf diese Weise lassen sich einige Dollar verwetten, die man zuvor durch Missionen oder auch durch das ausrauben von Leichen „verdient“ hat. Außerdem hat Rockstar dem Game ein paar Rollenspielelemente spendiert und man kann durch vorbildliches, hilfsbereites Verhalten, an Ruhm und Ehre gewinnen. Oder aber man wird wieder zum alten Outlaw und erarbeitet sich einen Ruf als gefürchteter Bandit. 
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Ganz wie es einem beliebt. Wie schon angesprochen, steuert sich John Marston ähnlich wie Nico Belic in GTA IV. In diesem Zusammenhang interessant zu erwähnen, ist die gut gelöste Steuerung des Pferdes. Vor allem funktioniert auf diesem, das Zielen und Schießen besser als aus einem fahrenden Auto heraus im aktuellen GTA-Ableger. Ebenso verbessert wurde das System zum Schießen aus Deckungen heraus in Feuergefechten, welches nun ähnlich intuitiv von der Hand geht wie in Gears of War. Dieses sollte man auch ausgiebig nutzen, denn allzu viel kann John nicht einstecken und nicht selten stirbt er in direkten Schusswechseln. Noch schneller stirbt man, wenn man ins Wasser stürzt, denn unser Revolverheld kann leider nicht schwimmen. Warum nicht, ist die Frage. Diese fehlende Fähigkeit sorgt jedenfalls, ohne Zweifel, für einige frustrierende Ableben extra. Wer sich gerne auch mal mit Freunden duellieren möchte, kann dies im Online-Multiplayer-Modus ausleben. Dieser ist wiederum sehr gut gelungen. 


Pro: 

+ Sehr gute Weitsicht 
+ Tolles Setting 
+ Riesige, detaillierte Spielewelt 
+ Sehr gute Animationen 
+ Glaubhafte, sympathische Charaktere 
+ Gute Steuerung in Feuergefechten und gutes Deckungssystem 
+ Tolle Sounduntermalung 
+ Sehr gute Synchronsprecher und Dialoge 
+ Große Auswahl an Minispielen 
+ Enorme Spielzeit 
+ Multiplayer-Modus 

Contra: 
- Teilweise matschige Texturen 
- Teilweise knifflige Passagen bei direkten Schusswechseln 
- Fehlende Schwimmfähigkeit sorgt für Frust 


Fazit: 

Red Dead Redemption ist die erhoffte Wildwest-Simulations-Offenbarung geworden und kann dem Hype weitestgehend gerecht werden. Dabei versucht Rockstar Games gar nicht groß anders als in GTA vorzugehen, sondern konzentriert sich lieber auf die Optimierung des Spielerlebnisses und akkurate Umsetzung des „Spagetti-Western-Flairs“. Das Ergebnis passt und somit klare Kaufempfehlung an alle Cowboy-Fans da draußen! 

Red Dead Redemption (Publisher: Rockstar Games) ist für Xbox 360 und PlayStation 3 erschienen.


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