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Als das Berghain (fast) zur Badeanstalt wurde PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Shelley Masters   
Poolparty im Berghain und alle sind eingeladen, hieß es bei Facebook
Das Web 2.0 ist eine tolle Erfindung, wenn man z.B. ein Fest veranstaltet und kostenlos seine ganzen Freunde einladen möchte. Natürlich kann man Leute auch dahin einladen, wo gar nix ist—einfach um zu gucken, was passiert.

Ich erinnere mich an einen sehr lustig anmutenden Scherz. Bei einer Umsonst-Anzeigen-Zeitung sprach ich, pubertierend, auf Band, dass es 10.000 Ohrlöcher zu verschenken gäbe. In den darauf folgenden Tagen klingelte das Telefon bei der ungeliebten Klassenkameradin, deren Name und Adresse ich angab, einige Hundert Mal. Die entnervten Eltern meldeten es dem Direktor und mir wurden die Ohren langgezogen.

Ähnliches passierte jetzt dem Berghain, dem Club, in dem viele coole Kollegen sich schon ein Hausverbot eingefahren haben, einfach, weil sie dort schon Abenteuer erlebten, die einfach zu schade sind, um sie nicht weiterzuerzählen. Vergangene Woche tauchte nun die »Einladung zur Dachterrasseneröffnung mit Pool« im Internet auf, und eine wilde Facebook-Diskussion begann: über das adäquate Styling, was nachts bei Kälte am Pool zu tragen sei, ob man vom Schlucken des Wassers evtl. schwanger werden könnte, ob Fetisch-Boys aus dem Snax-Club denn auch zum Public Pool dürften und, und, und.

Als ich dann mit ein paar Freunden und Kolleginnen, alle mit Badetaschen und Blumen im Haar, am Sonntag beim Berghain eintrudelte, hatte nichtmal der Garten geöffnet. Und das Berghain hatte sich auch nicht, wie es vielleicht so manch ein anderer Club gemacht hätte, über die lustige Aktion gefreut und mal schnell irgendeine Sorte Pool dahingestellt. Nicht mal zum Krickeln eines Zettels mit einem traurigen Smiley »Sorry no Swimming« hatten die als supertough bekannten Betreiber Lust. Da die Berghain-Badetruppe aber bester Laune war, pfiff unsere lustige Gesellschaft auf den nichtravenden Nichtschwimmer-Club und zog weiter, um die gute Laune, die sich im Vorfeld der Aktion angestaut hatte, nicht verpuffen zu lassen—erst in die Easyjetbar 25, aber nur, um dann wirklich multikulturell und sommerlich ausgelassen endlich mal wieder im Yaam zu karibischen Tunes zu hüpfen.

Vielleicht denkt das Berghain wegen des großen Interesses am FB-Hoax (immerhin riefen Neugierige sogar dort an) jetzt wenigstens über die Einrichtung eines Pools in der kommenden Saison nach...
¶ [Love Shelley Masters]

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