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Mutterkiez: "Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter" PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Shelley Masters   
Klar ist: Der Prenzlauer Berg hat sich verändert, vom wilden Underground zum kinderfreundlichsten Bezirk der Stadt.

Kaum ein Bezirk wurde in letzter Zeit so prominent wie der Prenzlauer Berg in die öffentliche bundesweite Diskussion gebracht. Wenn es um Stadtentwicklung, die Verdrängung der Urbevölkerung geht, ist immer von Schwaberlinern, Schwabylon oder von der Schwabifizierung die Rede. Bis zum schlimmen Graffito »Tod den Schwaben« ist es in unserer geschichtsträchtigen Stadt, in der man besonders sensibel für geschmierte Hassparolen sein sollte, gekommen.

Wobei »Schwaben« nicht für Menschen aus dem Schwabenland steht, sondern für Zugereiste, die im Gegensatz zur Urbevölkerung (Papis?) Geld zur Verfügung hatten, als Ost-Häuser saniert und zu schicken Eigentumswohnungen gemacht wurden. Ob da Berliner Sozialneid eine Rolle spielt, weil »arm & sexy« nur bis zum Alter von 28 cool ist und wir viele Leute haben, die sich ohne Kohle selbst verwirklichen, irgendwann aber da stehen und nichts so richtig hingekriegt haben, mit dem man aufs eigene Eigentumsloft hin sparen könnte...? Das wäre ja mal die Frage an den Psychologen, der die »Tod den Schwaben«-Sprayer behandeln sollte.

Klar ist aber: Der Prenzlauer Berg hat sich verändert, vom wilden Underground zum kinderfreundlichsten Bezirk der Stadt. Anstatt weiter auf die vermeintlichen Schwaben rauf zu hauen, ihnen vorzuwerfen, dass sie durch Bürgerinitiativen Clubs schließen lassen, mit Bio-Kost- und Rauchfrei-Terror Kleinstadtidylle inmitten der Hauptstadt auferstehen lassen wollen, war es Zeit, genau hinzuschauen. Was denn da im P-Berg abgeht. Man selbst traut sich ja ohne geliehenes Kind nicht mehr hin - zu mitleidig sonst sind die Blicke der schicken Jungmütter in den besten Jahren, die den Bezirk prägen. Toll, das Anja Maier, eine sehr lustige Journalistin, in ihrem neuen Buch »Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter« für uns hingeschaut hat.

Als gebürtige Prenzlbergerin bekam sie Anfang der 90er Kids im damaligen Undergroundbezirk. Sie fühlte sich unerwünscht. Statt Bürgerinitiativen gegen Clubs und Autos zu gründen, zog sie aufs Land und jetzt zurück in ihre Heimat, die ja nun die Heimat der anderen ist. Mit herzerfrischender politically uncorrectness schaut Anja Maier auf diese neue Heimat, spricht mit »Schwaben« und beobachtet, wie sich Ü-40-jährige Mamas dank teurer Umstandsmode und kühler Bionade wieder sexy und fresh fühlen – und was für Neu-P-Berger sie wie erziehen. Unbedingt lesen!

Love Shelley Masters


Anja Maier: »Lassen Sie mich durch, ich bin Mutter - Von Edel-Eltern und ihren Bestimmerkindern« Bastei Lübbe Verlag, 8,99 Euro




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wendt  - Veränderung mag eben nicht jeder   |24.04.2012 14:44:48
Da zeigt sich wieder mal die entsolidarisierung der Gesellschaft. Früher wurde im Osten über die zugereisten Baurbeiter gemeckert die Neubauwohnungen ergattert hatten. Wenn man aber Städte wie Leipzig Stralsund etc gesehen hatte wusste man das die dort wegwollten von dem Verfall. Gerade der Berliner gilt doch als tolerant und sollte immer auch Vorbild sein wenn es um Integration von zugereisten geht. Und wenn der Berliner mal wirklich die Schnauze voll hat dann wird er seinem Gegenüber auch ehrlich die Meinung geigen. Man muss seine Mitmenschen in die Verantwortung nehmen an andere zu denken und nicht nur an sich. Ich denke dass ist das ursächliches Übel der Misere.
ansonnsten bin ich eigentlich sehr zufrieden mit unserer Stadt.

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