| Tachchen, Dubai! |
| Geschrieben von Shelley Masters | ||||||||
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Achtung, hier kommt Berlin! Ein großes »Salam-u-Aleikum!« aus der Welthauptstadt der Superlative,
in der alles am allergrößten sein muss, um internationale Touristen und Arbeitskräfte an den Rand der hitzigen Wüste zu ziehen. Das höchste Haus der Welt (fast einen Kilometer), der größte Wasserrutschenpark mit Haifisch-Tunnelrutsche, das teuerste Hotel der Welt (Besichtigung: 20 Euro) – ihr ahnt es schon, das ist Dubai. Eine Berliner Künstler- und Schriftstellerclique war gerade vom lokalen Goethe Institut, das ja für die Verbreitung von deutscher Kultur in aller Welt zuständig ist, zum ersten Berlin-Dubai-Festival geladen, und natürlich war eure Shelley mit am Start, um zu berichten, denn [030] ist Medienpartner. Das Kempinski-Hotel hat die Übernachtungsmöglichkeiten (Suite p.P. für 697 Euro/ Nacht) gestellt—hätten wir es selbst zahlen müssen, so wären wir Berliner wie die anderen Gastarbeiter aus »arm, aber sexy«-Ländern in einem Fünf-Leute-Zimmer mit vielen netten, aber aufgrund der anspruchsvollen Arbeitsbedigungen immer ein wenig traurig wirkenden Pakistanis eingekehrt. Gut gestärkt mit Morning-Sushi ging es los in die JamJar Gallery, einem unabhängigen Platz für freie Kunst im Emirat. Frei darf der Künstler hier sein, sofern seine Arbeit die Themen Politik, Religion und Sex nicht streift. Huch, was darf man denn dann darstellen, in der freien Kunst? Darüber wurde eifrig diskutiert, nach der Filmvorführung vom »Let it Rock«, dem Berlinale-Film von Frank Künster über die Cookies-Gänger zu Beginn des neuen Milleniums. Nach einer Lesung von [030]- und Buch-Autorin Jasna Zajcek und »Mitte«-Autor Norman Ohler wurde mit einem lokalen Blogger weiterdiskutiert, es war spannend und ging ums Thema: wieviel Freiheit braucht die Kunst? Exilberliner in Dubai freuten sich, sich endlich wieder austauschen zu können, und moderne Emiratis waren unglaublich daran interessiert, dem Mythos des modernen Berlin ein wenig näher zu kommen—schließlich verbindet Air Berlin Dubai und die deutsche Hauptstadt Non-Stop für kleines Geld. Leider musste die Party des Berlin-Festivals abgesagt werden. Der Scheich des Nachbaremirates war mit weit über 90 Jahren verschieden und in der Trauerwoche sind Musik und Drinks verboten. Ich wuensche allen Scheichs ein gutes langes Leben und dass der kulturelle Austausch bald noch weiter beflügelt wird. Und zum nächsten Festival kommt ihr alle mit. ¶ Love [Shelley Masters]
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