Einer wie Bruno
Geschrieben von Dirk Lüneberg   

030_04_bruno.jpgVater-Tochter-Tragikomödie – Start am 12.04.

Christian Ulmen will weg von Klamauk und Komödie. Etwas Ernsthaftes muss her, und da kommt die Rolle eines Behinderten gerade recht. Und Ulmen macht seine Sache auch recht ordentlich,
wenngleich man zugleich den Eindruck hat, dass der einstige MTV-Moderator sich immer etwas krampfhaft bemüht, möglichst authentisch rüberzukommen. Ulmen spielt den geistig zurückgebliebenen Bruno, der nach dem Tod seiner Frau unter den gestrengen Augen des Jugendamtes versucht, seiner 13-jährigen Tochter Radost (Lola Dockhorn) ein möglichst guter Vater zu sein. Dabei ist es die nicht behinderte Radost, die auf Bruno aufpassen muss. Als eine Klassenfahrt ansteht, muss sie ihren Vater alleine lassen, was diesen vor einige Herausforderungen stellt. Und auch die aufkeimende Pubertät des Mädchens ­belastet das Miteinander des ungewöhnlichen Gespanns.

Die nahezu unbekannte Lola Dockhorn ist dank ihres natürlichen Spiels die große Entdeckung dieser Vater-Tochter-Story mit vertauschten Rollen. Obwohl die Figuren recht gewinnend sind, hat man den Eindruck, die Geschichte wurde am Reißbrett entworfen. Die Dramaturgie bietet keinerlei Überraschungen, sämtliche auftauchende Konflikte lassen sich schon früh erahnen—und man wird meistens recht behalten. Auch von ihrem Look her ist diese stets etwas zu sehr um eine korrekte Haltung bemühte Tragikomödie eher etwas fürs Fernsehen als für die große Leinwand.

Deutschland 2011, 100 Min., R: Anja Jacobs, D: Christian Ulmen, Lola Dockhorn, Lucas Reiber, Peter Kurth



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