| Letzte News zu BER |
| Geschrieben von Jürgen Laarmann | ||||||||
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Na jut–gibt’s halt erst später den Flughafen BER. Egal! Als Berlin-Mitte-Boy und Inner-City-Bewohner nervt BER mich ohnehin.
Außer 15 Euro mehr fürs Taxi, noch längeres Gegurke durch Orte-an-denen-man-sonst-nie-wäre namens Rudow und dem Fluglärm-Nörgeln der Randbezirkbewohner habe ich mir ohnehin nicht viel davon versprochen. Und dass wir Londoner Verhältnisse bekommen, à la Flug Berlin-London 50 Minuten, aber bis in die Innenstadt dauert’s dann zwei Stunden, finde ich auch nicht prickelnd. Natürlich darf jetzt jeder etwas dazusagen, wahrscheinlich ist auch alles gesagt worden, so dass ich hier dazu nur seltene und wenig verbreitete Erscheinungen und Thesen rund um den neuen Airport erwähnen will. Die erste war, als ich am Tag nach der Flughafenabsage gegen 23 Uhr den Anruf einer Stewardess aus der Nachbarschaft bekam, die sich von mir ein Schlüsselband leihen wollte, da ihre neue BER-Parkkarte dieser Tage das ultimative Clubbing-Accessoire wäre. Als Ergänzung zu einer Timeless-Uhr aus dem Kater Holzig, dem beliebten Berlin Accessoire in Form einer Uhr ohne Zeiger und Zeitanzeige, musste ich zustimmen und habe mein Schlüsselband gerne rausgerückt. Dann gab’s den hysterischen Anruf eines alten auf Techno hängengebliebenen Fans, der mich mit der These konfrontierte, dass sich nun die »Raving Society« endgültig durchgesetzt habe. Die Raving Society war eine alte These von mir aus den 90ern, die besagt, dass es durchaus eine gesellschaftliche Wirkung hätte, wenn sich alle für Techno und Clubben interessieren. Nun sei es sogar so, meinte der Technofreak, dass die Politik komplett die Verhaltensmuster der Clubszene übernommen habe. »Erst alles verpeilen mit der Location, Eröffnungstermine nicht einhalten und als Begründung immer ›Brandschutz, Brandschutz‹ rumweinen, das kennt man doch aus der Discoszene«. Es folgten Mutmaßungen, dass das Soundkonzept von Paul van Dyk für den Airport an allem schuld wäre, die allerdings nicht so richtig begründet wurden à la »Stellt man das an, geht sofort der Alarm los«... Schön auch noch folgende These: Nach einem halben Dutzend Shows in Tempelhof ist der Bread & Butter die Location am alten THF Airport langweilig geworden, weswegen man nun kurzfristig tauschen würde, und damit meinen modernen Bedarf an nahe liegenden City-Airports befriedigen würde. Letzte Erkenntnis: Die Rausschmeißfloskel »Mach mal ’nen Abflug« bekommt mit einem Mal so einen gemütlichen Charakter.
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