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Geschrieben von Dirk Lüneberg
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Kleinstadtkrimi – Start am 28.06.Aus Kanada kommt dieses filmische Kleinod, das ein wenig an »Fargo« der Coen-Brüder erinnert. Spielte Peter Stormare dort noch einen durchgeknallten Killer, so brilliert er hier als stoischer Kleinstadt-Cop,
der auf dem flachen Land irgendwo in den Weiten Kanadas tapfer seinen nicht allzu aufregenden Dienst versieht. Aber Walter hat eine Vergangenheit: Ein erschreckendes Erlebnis hat ihn erst vor kurzem zu einer Kehrtwende veranlasst. Er hat sich Gott zugewandt und nun als gläubiger Mann ein quasi neues Leben unter christlichem Vorzeichen mit der ebenso eingestellten Sam (Martha Plimpton) begonnen. Als am Ufer eines Sees die Leiche einer unbekannten jungen Frau gefunden wird, ist dies für Walter und seinen jüngeren Kollegen Jim (Aaron Poole) der erste Mordfall überhaupt. Deshalb zieht die Zentralbehörde schnell die Ermittlungen an sich und schickt ihre Profis in das verschlafene Kaff, sodass sich Walter und Jim bald zu einfachen Handlangern degradiert sehen. Doch Walter hat eine Ahnung, wer der Täter sein könnte, und versucht, die Ermittlungen in die entsprechende Richtung zu lenken, was den gläubigen Christen bald selbst in Teufels Küche bringt.
Dass Regisseur Ed Gass-Donnelly tief in der kanadischen Musikszene verwurzelt ist, merkt man seinem Werk an, indem er uns immer wieder von charismatischem Gospelbluesrock unterlegte Zeitlupenbildcollagen vorsetzt. Dank dieser kurzen Momente des Innehaltens ergibt sich vor dem Auge des Betrachters ein behutsam erzählter und verschroben-schwarzhumoriger Kleinstadtkrimi.
Kanada 2010, 75 Min., R: Ed Gass-Donnelly, D: Peter Stormare, Aaron Poole, Jill Hennessy, Martha Plimpton
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