Green Zone
Geschrieben von Dirk Lüneberg   

030_04_green_zone_cr.jpgKriegsthriller—Start am 18.03.

Das letzte Bild vor dem Abspann zeigt irakische Öl-Raffinerien aus der Luftperspektive und stellt damit zugleich so etwas wie die bittere Quintessenz dieses packenden Kriegsthrillers dar: Es war wohl in erster Linie die Sicherung der Ölvorkommen im Nahen Osten, welche die USA zum Einmarsch im Irak bewogen.
Eins war es jedenfalls nicht—die Zerstörung der im Irak vermuteten Massenvernichtungswaffen, die als offizieller Kriegsgrund herhalten musste.

Dass es diese nicht zu geben scheint, muss auch Chief Miller (Matt Damon) feststellen, der sich mit seinem Team kurz nach der Besetzung Bagdads durch die US-Armee im Jahr 2003 vergeblich auf die Suche nach den tödlichen Stoffen macht. Doch mit seiner Kritik beißt er bei seinen Vorgesetzten auf Granit. Nicht so bei Brown (Brendan Gleeson), einem in Bagdad stationierten CIA-Agenten, der ebenfalls erhebliche Zweifel an den offiziellen US-Verlautbarungen hat. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, wer der geheimnisvolle Informant war, der den Amerikanern die falschen Details zu den Standorten der Massenvernichtungswaffen gegeben hat. Dabei müssen Miller und Brown feststellen, dass einige mächtige amerikanische Regierungsbeamte von ihren Recherchen alles andere als begeistert sind.

Regisseur Paul Greengrass und sein Hauptdarsteller Matt Damon gaben bereits in den ersten beiden »Bourne«-Abenteuern ein energiegeladenes Gespann ab, und daran hat sich auch diesmal nichts geändert. Greengras inszeniert diese Mischung aus Politthriller und Kriegsactioner mit gewohnt fahriger Handkamera und Egoshooter-Anleihen, die uns in das Geschehen förmlich hineinsaugen. Dabei erzählt der britische Regisseur eine authentisch wirkende Geschichte über einen begonnenen Krieg, dem im Nachhinein sein Grund abhanden gekommen ist, was die Verantwortlichen so gut es geht zu vertuschen suchen. Ohne schlichte Schwarzweißzeichnungen entfaltet der Film ein komplexes, manchmal vielleicht etwas konstruiert wirkendes Szenario, das einen ernüchternden Blick hinter die Kulissen einer sichtlich desorientierten Besatzungsmacht freigibt.

USA 2010, 115 Min., R: Paul Greengrass, D: Matt Damon, Greg Kinnear, Brendan Gleeson, Khalid Abdalla, Amy Ryan

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